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21.5.2012 : 10:35 : +0200

Wohn- /Pflegeformen

Hinweis:

Was Pflegebedürftigkeit (Hilfbedarf) im Sinne des Gesetzes ist, wird in §14 Sozialgesetzbuch (SGB) XI beschrieben: Es muss eine Krankheit oder Behinderung vorliegen die dazu führt, dass regelmäßig und auf Dauer (mindestens für sechs Monate) Hilfe bei Verrichtungen des täglichen Lebens benötigt wird.

Pflege / Pflegebedürftigkeit

Fakten

In Deutschland gibt es rund 2 Mio. Pflegebedürftige. Entgegen der landläufigen Meinung wird der Großteil der Pflegebedürftigen zu Hause versorgt, wovon Anfang 2006 bundesweit etwas über 675.000 Ältere in etwa 11.000 Einrichtungen lebten. Das sind ca. 32 Prozent der rund 2 Millionen pflegebedürftigen Menschen in der BRD.

Die Pflegebedürftigen, die zu Hause leben, werden meistens ausschließlich durch Angehörige versorgt. Pflegedienste werden in nur rund 30 Prozent der Fälle ergänzend in Anspruch genommen.

Die Pflegefälle, die ausschließlich von ihren Angehörigen versorgt werden, gehören meist der Pflegestufe I an. Pflegebedürftige in Heimen sind dagegen meistens höheren Stufen zuzuordnen.

Datenquelle: Statistisches Bundesamt (Hg.) (2003): Sozialhilfe in Deutschland, Wiesbaden, S. 40
Begriffe, methodische Anmerkungen oder Lesehilfen: Die Leistungen der sozialen Pflegeversicherung werden in Abhängigkeit von der Stufe der Pflegebedürftigkeit gewährt. Insgesamt gibt es drei Pflegestufen:

Die Entscheidung, in welche Pflegestufe ein Leistungsempfänger eingeordnet wird, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Hier spielen zum Beispiel der Zeitaufwand für die tägliche Grundpflege (Körperpflege, Toilettengänge, Kleiden, die Nahrungsaufnahme und die nötige Begleitung bei diesen Tätigkeiten) und die Zeit, die für die hauswirtschaftliche Hilfe benötigt wird, eine Rolle.

Voraussichtliche Pflegebedürftige bis 2020

Fakten


Da die Bevölkerung in Deutschland immer älter wird, wird auch die Zahl der Pflegebedürftigen in den nächsten Jahren zunehmen. Schließlich steigt das Pflegerisiko mit dem Lebensalter. Nach einer einfachen Vorausberechnung werden die Pflegebedürftigen bis 2010 um 20 Prozent zunehmen, bis 2020 um sogar 40 Prozent.

Diesen Prognosen liegen jedoch einige Annahmen zu Grunde:

    • Zum einen wird ein Anstieg der Lebenserwartung unterstellt; demnach wird die Lebenserwartung der im Jahr 2020 Geborenen um gut 3 Jahre höher liegen als heute.
    • Zum anderen wird angenommen, dass das derzeitige alterspezifischen Pflegerisiko gleich bleibt.

Die Prognose ist deshalb nur als Anhaltsgröße zu sehen, da die getroffenen Annahmen variieren können. So ist beispielsweise nicht sicher, ob das Pflegerisiko sinken, konstant bleiben oder steigen wird.Datenquelle Statistisches Bundesamt (Hg.) (2003): Sozialhilfe in Deutschland, Wiesbaden, S. 41Begriffe, methodische Anmerkungen oder Lesehilfen Die Prognose beruht auf einem einfachen Modell, in dem der heutige Status Quo der Pflegequoten auf die veränderte Bevölkerungsstruktur in den Jahren 2010 und 2020 übertragen wird. Keine Berücksichtigung finden allerdings mögliche gesundheitliche Veränderungen. Da der Verlauf der maßgeblichen Einflussgrößen mit zunehmendem Abstand vom Basiszeitpunkt immer schwerer abschätzbar ist, hat die langfristige Betrachtung bis 2020 starken Modellcharakter. In abs. Zahlen nach Geschlecht, einfache Vorausberechnung, Deutschland 2001 bis 2020

  Männer Frauen insgesamt
  in Mio.
2001 0,6 1,4 2,0
2010  0,7 1,6 2,3
2020   1,0 1,8 2,8

Quelle: Statistisches Bundesamt
Stand: 11.2004

Leistungsempfänger der Pflegeversicherung

Fakten


Seit 1997 hat die Zahl der Leistungsempfänger in allen Leistungsarten zugenommen. Lediglich beim Pflegegeld ist ein leichter Rückgang zu verzeichnen, da die vollstationäre Pflege an Bedeutung gewonnen hat.

Der größte Anstieg der Leistungsempfänger ist mit 133 Prozent bei der Kurzzeitpflege, die auch die Tages-/Nacht- und Urlaubspflege umfasst, festzustellen. Auch haben immer mehr Leistungsempfänger die Pflege in Behindertenheimen (plus 64 Prozent) und Pflegesachleistungen (plus 42 Prozent) in Anspruch genommen.
Bei den Kombinationsleistungen aus Pflegegeld und Pflegesachleistungen und der vollstationären Pflege ist die Zahl der Leistungsempfänger um über ein Viertel gestiegen.

Die Verteilung der Leistungsempfänger nach Leistungsarten für 2003 zeigt, dass das Pflegegeld die größte Bedeutung hat. Nahezu die Hälfte der Empfänger wählt diese Leistungsart, gefolgt von knapp einem Drittel, das die vollstationäre Pflege in Anspruch nimmt.

Datenquelle: Statistisches Bundesamt
Begriffe, methodische Anmerkungen oder Lesehilfen: Die Betrachtung enthält Mehrfachzählungen beim gleichzeitigen Bezug mehrerer Leistungsarten.
Leistungsempfänger der Pflegeversicherung nach Leistungsarten
In absoluten Zahlen (einschließlich Mehrfachzählungen), Deutschland 1997 bis 2003

1997 
1999
2000
2003
  in Tsd.
Kurzzeitpflege 14,4 21,5 27,8 33,5
Pflege in Behindertenheimen 38,4 53,9 58,4 63,1
Pflegesachleistung 119,4 152,6 161,7 169,6
Kombinationsleistung 157,5 192,6 201,7 202,7
Vollstationäre Pflege 425,7 485,0 513,4 540,1
Pflegegeld 971,9 982,9 962,1 968,3

Quelle: Statistisches Bundesamt
Stand: 11.2004